Ärzte Woche „Herr Doktror, mein Nabel ist gefallen!“

Geschrieben am 04.11.2018


„Herr Doktor mein Nabel ist gefallen!“

Beschwerden richtig auszudrücken, ist für Patienten aus fremden Kulturen anders, als hierzulande üblich. Das kann für den Arzt zu einer Herausforderung werden. Damit die Patienten, die Therapievorschläge verstehen und annehmen, ist sprachbewusstes Formulieren des Arztes wichtig, die transkulturelle Kompetenz voraussetzt.

Fazit für die Praxis

  • Transkulturelle Kompetenz bedeutet Hintergrundwissen über vielfache Zusammenhänge, z.B. Gesellschaftsstrukturen, Krankheits- und Heilkonzepte, respektvolles miteinander Handeln und ist Ausgangspunkt für kultursensibles Therapieren.
  • Wenn es dem Einzelnen gelingt, das Verhalten des anderen möglichst wertfrei – also ohne eigene emotional negative Reaktion – neben eigene kulturelle Vorstellung zu stellen, kann von entwickelter transkultureller Kompetenz gesprochen werden.
  • Das Ergebnis dieser Vorgänge sollte nachvollziehendes Verstehen fremdkultureller Eigenheiten sein. Akzeptieren ist damit nicht gemeint! Vielmehr bedeutet es Erklären, Vorleben, Aushandeln und unter bestimmten Umständen auch das Setzen von Grenzen.

Ärzte-Woche, Nr. 44, Freitag, 22. November 2018